Das Tomatis Hörtraining

Hörtraining im Tomatis Institut
Wer zum ersten Mal ein TOMATIS-Institut besucht, macht zunächst eine Erstuntersuchung, die sogenannte Statusbestimmung in Audio-Psycho-Phonologie, kurz "SAPP" genannt.
Sie dauert etwa ein bis eineinhalb Stunden und umfasst die folgenden Punkte:
  • Eine Anamnese der persönlichen Vorgeschichte. Hierbei wird auch der Beweggrund des Klienten, der ihn in das TOMATIS-Institut geführt hat, aufgenommen.
  • Eine Anzahl von Tests (Lateralitätstest, Tomatis Listening Test, etc...).
  • Eine umfangreiche Auswertung und Beratung Hierbei wird geklärt, ob das angestrebte Ziel des Klienten mit Hilfe der TOMATIS-Methode zu behandeln bzw. zu erreichen ist.
Das SAPP ermöglicht also, eventuelle Auffälligkeiten im Hörverhalten der betroffenen Person zu benennen und ebenfalls ihre Motivation für das Hörtraining einzuschätzen. Letztere ist für die Entscheidung, ob die TOMATIS-Methode hilfreich sein kann, unerlässlich.

Die Gestaltung des Hörtrainingsprogramms hängt von der Art des zu behandelnden Problems ab. Auch die Anzahl und Häufigkeit der Hörsitzungen unter dem Elektronischen Ohr unterscheidet sich von Person zu Person entsprechend den angestrebten hörpädagogischen Zielen. Im Verlauf der Trainingsabschnitte finden in regelmäßigen Abständen Kontrolltests und Beratungsgespräche statt, um den Fortschritt der Klienten gemeinsam auszuwerten.

Zum Zeitpunkt des SAPP wird auch eine vorläufige Kostenvorschau erstellt. Die Kosten des Hörtrainings oder von Teilen davon werden in manchen Fällen von Versicherungen oder anderen Organisationen übernommen.

Das Hörtraining besteht aus einer bestimmten Anzahl von jeweils halbstündigen Hörtrainingseinheiten, anfänglich üblicherweise zwei Stunden lang, die über eine festgelegte Anzahl von Tagen hintereinander durchgeführt wird. Oft sind mehrere Hörtrainingsabschnitte erforderlich. Diese sind meist kürzer als der erste Abschnitt und erfolgen immer nach einer Pause von mehreren Wochen.
Die Hörsitzungen können entweder "passiv" oder "aktiv" sein.
  • Während passiver Sitzungen entspannen sich die Klienten einfach und lassen sich von ihrem Hörverlangen tragen. Während des Hörens können sie beispielsweise zeichnen, wobei sie dann, von ihrem Gleichgewichtsorgan und ihren Gedanken geleitet und durch die hochfrequenten Töne stimuliert, oft Gedächtnisinhalte graphisch ausdrücken und im Umgang mit Formen und Farben schöpferisch werden können.
  • Während der aktiven Sitzungen wiederholen Klienten Wörter und Sätze in einer Kabine. Dabei wird immer der Klang der eigenen Stimme zur Ermöglichung des TOMATIS-Effekts mittels des Elektronischen Ohres moduliert und über spezielle Kopfhörer, die den Klang neben der Schallübertragung über die Luft auch unmittelbar an den Knochen heranführen, dem Ohr angeboten.
Das verwendete Tonmaterial wurde in unserem Labor sorgfältig präpariert. Im wesentlichen setzt es sich folgendermaßen zusammen:
  • Die gefilterte Mutterstimme, um den Klienten wieder in das intra-uterine Klanguniversum eintauchen zu lassen, den Ursprung unseres Hörverlangens,
  • Kinderlieder,
  • Musik von Mozart, insbesondere jede Werke, die reich an hochfrequenten und damit besonders energetisierenden Obertönen sind,
  • Gregorianische Choräle, deren rhythmische Struktur sehr beruhigend wirkt.
Überblick über den Ablauf eines TOMATIS Listening Trainings:
  • SAPP (Statusbestimmung in der Audio-Psycho-Phonologie)
    • Dauer: ein bis eineinhalb Stunden für einen Erwachsenden oder ein Kind mit seinen Eltern
    • Persönliche Vorgeschichte
    • Tests
    • Auswertung und Beratung
  • Erster Teil des Hörtrainings
    • Dauer: 15 Tage zu je zwei Stunden pro Tag (vier halbstündige Hörsitzungen)
    • Kurztests und Besprechungen während des Trainings
    • Test und Beurteilung am Ende des Hörtrainings
  • Folgeteile des Hörtrainings
    • Nach einer Pause von drei bis sechs Wochen
    • Dauer: 8 Tage, jeweils zwei Stunden pro Tag
    • Test und Beurteilung am Beginn und am Ende des Hörtrainings
An diesem typischen Trainingsverlauf können in gewissen Fällen Veränderungen vorgenommen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Hörtraining unter dem Elektronischen Ohr den Klienten möglichst zur vollständigen Nutzung des eigenen Hörpotentials führen soll; dadurch entsteht allmählich eine größere Eigenständigkeit und Sicherheit im Hören. Diese wird in einem zweiten Schritt durch den o.g. aktiven Teil des Hörtrainings unterstützt und gefestigt, so dass die Klienten nicht nur die neu erlangten Hörfähigkeiten ohne weiteres Training behalten, sondern diese sogar aufgrund der Wirkung des audio-vokalen Regelkreises selbst weiterentwickeln können. Die für die Nutzung des audio-vokalen Regelkreises notwendige Sicherheit kann nur in der intensiven Form des Hörtrainings erreicht werden, so dass die Konzentration von Hörsitzungen über eine kurze Zeitspanne neben wesentlich besseren Ergebnissen auch eine beträchtliche Zeitersparnis bis zum Erreichen der gewünschten Resultate bedeutet.

Während der Hörkur lassen sich die Entwicklung und Fortschritte der Klienten aus den Kontrolltests und den eigenen Erfahrungen, die der/die Tomatis-Therapeut(in) mit ihnen gemeinsam bespricht, ablesen. Bei diesen Besprechungen können die Klienten oder - im Falle von Kindern - die Eltern ihre eigenen Beobachtungen vorbringen und Fragen zum besseren Verständnis dessen stellen, was sie während der Hörsitzungen unter dem Elektronischen Ohr erlebt haben. Außerdem kann ihnen dabei Rat angeboten werden, um ihnen die Schritte bei einer eventuell einsetzenden Veränderung ihres Verhaltens im familiären oder weiteren sozialen Umfeld zu erleichtern.

Bei dem Hörtraining ist in gewissen Fällen - eher bei Kindern und Jugendlichen, manchmal auch bei Erwachsenen - der Einsatz einer Mutterstimmenaufnahme angebracht. Sie wird zu Beginn des Trainings aufgenommen und technisch bearbeitet, um sie dem Klienten/der Klientin in einer Form zu präsentieren, die dem intra-uterinen Hören entspricht. In vielen Fällen weckt diese wichtige Phase der Hörkur wieder den emotionalen Wunsch zu Hören: dies ist die Voraussetzung für ein gutes Resultat des Hörtrainings.

Schließlich ist es bei Kindern üblich, dass zuerst die Mutter und später mit Beginn der o.g. aktiven Sitzungen, die auch die "sprachliche Phase" genannt wird, ebenfalls der Vater die Hörkursitzungen begleitet. Das eröffnet den Eltern den Zugang zu einem besseren Verständnis für die Wirkung des TOMATIS Listening Trainings unter dem Elektronischen Ohr, indem sie diese Erfahrung selbst machen. Gleichzeitig trägt häufig die Wirkung des Trainings bei Ihnen selbst zur Verminderung des Drucks bei, unter dem sie möglicherweise wegen des Problems ihres Kindes stehen. Schließlich nimmt das Kind die Hörkur besser an, wenn es fühlt, dass es von seinen Eltern begleitet wird. Damit ergibt sich ein schnellerer und deutlicher sichtbarer Erfolg.

 
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